OrgelprojekteIn meinem früheren Betrieb war ich betriebsbedingt in alle Tätigkeiten des Orgelbaus eingebunden. Von der Planung über die Fertigung bis hin zur Montage wurden klassische Neubauten bis zu 40 Registern durchgeführt. Über die Jahre wuchs der Anteil der Restaurierungen. Gerade auch in Osteuropa sind Instrumente in einem Zustand anzutreffen, wie wir in Deutschland nur in Ausnahmefällen Instrumente finden. Bei der Restaurierung ist in Absprache mit den zuständigen Denkmalstellen besonders umsichtiges Handeln gefordert.
Projekt Dusslingen
Rieger – Orgel von 1958
Diese Rieger – Orgel wurde 1958 für die Ev. Akademie in Bad Boll erbaut. Die recht ausgefallene Disposition erstellte Helmut Bornefeld. In der Akademie wurde das Instrument seit mehreren Jahren nicht mehr genutzt, was wohl auch mit an den begrenzten musikalischen Möglichkeiten lag. Aus technischer Sicht war der Zustand, einerseits bedingt durch die seltene Verwendung, andererseits aber durch die solide Qualität, ausgesprochen gut. Angeblich war die Firma Rieger in dieser Zeit technisch anderen Betrieben voraus und erhielt auch aufgrund dessen Aufträge aus Übersee. Der klangliche Zustand vor der Transferierung lässt sich in etwa so beschreiben: Die grundtönigen Stimmen klangen dumpf und flötig, die Aliquoten spitz bis glitzernd. Um diese Defizite auszugleichen und das Instrument auf den überwiegend gottesdienstlichen Gebrauch auszurichten, wurde die Disposition wie folgt verändert:
Trotz den recht engen Mensuren an den bestehenden Registern, erfüllt die Orgel nun wunderbar den Kirchenraum mit ihren farbigen Stimmen. Technisch wurde der gesamte Bestand generalüberholt. Die Klaviaturen wurden neu aufpoliert, die angelösten Tastenbeläge der Obertasten durchweg erneuert.
Die Windversorgung wurde neu angelegt und mit Holzkanälen versehen. Das verringerte vor allem deutlich die ehemaligen Motorgeräusche. Zur besseren Zugänglichkeit wurde ein Stimmgang hinter der Orgel angelegt. Diverse Gehäuseteile waren am Übergang zum Fußboden durch Putzwasser aufgequollen, die Lackierung abgeplatzt. Behutsam wurden die Holzteile angeschliffen, auf den passenden Farbton gebeizt und neu lackiert.
Die katholische Gemeinde in Dusslingen freut sich ganz besonders, dass es nach Jahrzehnten der Übergangslösungen mit diversen Instrumenten nun gelungen ist, eine sowohl klanglich als auch optisch passende Orgel für Ihre Kirche St. Paulus zu erwerben.
bisherige Späth – Orgel mit 6 Registern
Rieger – Orgel mit 13 Registern Mit einem feierlichen Gottesdienst und
Abendkonzert
Projekt Birkenfeld
Walcker – Orgel von 1955
Schon bei der Besichtigung dieses Instruments in einer Kapelle war ich von den klanglichen Grundstimmen angenehm überrascht. Auch die technische Ausführung Walckers war eher noch an der Ausführung um 1900 orientiert. So bot sich die Möglichkeit, durch eine gründliche Überarbeitung und einige Umbaumaßnahmen ein Instrument für den gottesdienstlichen und kleinkonzertanten Einsatz wiederzugewinnen.
früherer Standort, eingeengt in Gitterwerk
Technisch galt es zunächst, diverse Mängel zu beheben. So hatten sich beispielsweise durch Feuchtigkeit die Tastenbeläge abgelöst.
Beide Manuale erhielten massive Ahornholzbeläge.
Die Disposition wurde mit überschaubarem Aufwand abgeändert:
Im ersten Manual wurde als Mischregister neu eine Gedecktflöte eingefügt. Die wesentlich weitere Mensur trägt nun dieses Werk. Das vorhandene Gedeckt wanderte ins zweite Manual und steht nun anstelle der Quintade. Da bei einem Instrument dieser Größe eine Klangkrone vollkommen ausreicht, konnte die Zimbel durch eine Quinte ersetzt werden. Als Färbestimme und auch im solistischen Gebrauch fügt sich diese Stimme wunderbar ins Werk ein. Für die Pedalpfeifen war als Gehäuse lediglich ein Gitterverschlag vorhanden. Hier wurde passend zum bestehenden Vorderbau ein Rückgehäuse ergänzt. Damit konnte zugleich ein Zugang für künftige Wartungen und Stimmungen geschaffen werden. Mit einem Gottesdienst feierte die neue
Gemeinde
Projekt Holzmaden
Link – Orgel von 1982
Von Anfang an stand bei diesem Projekt die Verbesserung der Grundtönigkeit im Fokus. Gemeinsam mit dem Orgelsachverständigen wurden vor Ort die klanglichen Schwächen der beiden Werke erörtert und schließlich das Konzept erstellt. Die Disposition der Manualwerke vor und nach den Arbeiten ist hier aufgeführt:
Aus klanglicher Sicht verfügte die Orgel zwar durchaus über schöne Einzelstimmen. Doch die gängigen Kombinationen der Register brachten weder Tragkraft noch Wärme. Für mehr Präsenz des aus Holz bestehenden Prinzipal 8´ wurde zuerst der Winddruck etwas erhöht. So konnte samt des neu hinzugekommenen Vorabzuges ein schlüssiger Prinzipalaufbau im Hauptwerk intoniert werden. Flöte und Streicher in 8´ Lage bringen dazu nun die Fülle, über die das Instrument noch nie verfügt hatte. Im Schwellwerk trägt die tiefer liegende Quinte zum Cornettaufbau bei. Die neue Fugara 4´ liegt als Mittlerin zwischen Prinzipal und Streicher.
Fugara 4´ in der Werkstatt
Flöte 8´
Zungenstimmen bei der Reinigung
Zur Erstbespielung nach den Arbeiten blickte mich der Bezirkskantor mit strahlenden Augen an und fragte „Was haben Sie mit dieser Orgel gemacht?“ Begeistert wurden die neuen Klänge sowohl von den Fachleuten als auch von der Gemeinde aufgenommen.
Festakt mit den Holzmadian Harmonists Im Oktober 2009 wurde die Wiedereinweihung gefeiert.
Projekt Aichschiess
Carl Schäfer – Orgel von 1896
„Entdeckung auf dem Dachboden“, so wurde in der Stuttgarter Presse im Frühjahr 2009 berichtet. Noch zwei Jahre zuvor war lediglich eine Ausreinigung und eine geringe technische Überarbeitung von der Gemeinde in Aichschiess in Betracht gezogen worden. Bei der Besichtigung des Instruments und der Windversorgung auf dem Dachboden der Kirche machte ich eine interessante Entdeckung. Inmitten allerlei Utensilien entdeckte ich den originalen Spieltisch der Schäfer Orgel. Jahrzehntelang hatte er dort gestanden. Durch Holzwurmbefall und Klimaschwankungen waren sämtliche Teile daran stark in Mitleidenschaft gezogen worden.
Fundstück Spieltisch Für mich stellte sich nicht zuletzt aufgrund der Schäden die Frage, was mit dem elementaren Originalbaustein der Orgel für die nächsten Jahrzehnte geschehen würde? Ohne eine „Rettung“ oder zumindest Sicherung des Bestandes wäre das Stück weiterem Verfall preisgegeben gewesen. Die Ideale, wenn auch etwas aufwändigere Lösung sah ich in der Rekonstruktion des Spieltisches. Dazu sollte der verhältnismäßig junge Spieltisch weichen. Aus technischer Sicht kam mir dabei der jüngere Spieltisch entgegen. Zeitgemäß war er um 1970 in steriler Form mit Kunststoff- und Aluminiumbauteilen dem schönen neugotischen Orgelgehäuse vorgesetzt worden. Neben den Verschleißteilen wäre es zudem sinnvoll gewesen die Aluminiumtraktur vollständig auszutauschen. Auf die ausdrückliche Empfehlung des Orgelsachverständigen Herrn Prof. Lutz hin entschied sich die Gemeinde für die technische Rekonstruktion.
...nach der Überarbeitung Den eigentlichen Ausschlag für eine Generalüberholung hatte jedoch nicht der Verschmutzungsgrad gegeben, sondern ein absolut ruinöser Magazinbalg. Obwohl die originale Windversorgung völlig überdimensioniert war, hob sich die Balgplatte nur noch mühsam an.
Balgzustand 2008 Bei derart brüchigen Lederteilen und Rissen in den Holzrahmen war eine gesamte Neubelederung unabdingbar. Dazu mussten zunächst die mit Papier bezogenen Holzteile gereinigt werden.
Einzeln wurden die Falten mit Darmsaiten neu eingebunden und an sämtlichen beweglichen Teilen doppelt beledert.
15 Schaffelle wurden allein in dem Balg verarbeitet. Dem originalen Zustand entsprechend wurden die Holzteile mit Papier bezogen. Selbstverständlich wurde auch wieder wie im Jahr 1896 üblich Knochenleim dazu verwendet.
Der Standort des Balges konnte auf dem Dachboden beibehalten werden. Da er dort bisher völlig ungeschützt gegen Klimaschwankungen, manchmal Schnee und Tauwasser, direkt unter den Dachziegeln gestanden hatte, wurde eigens für die Windversorgung eine isolierte Balgkammer errichtet. Damit ist das Leder künftig gegen derartige Einflüsse gesichert. Auch kann die historische Treteinrichtung wieder betätigt werden.
Neben der Ausreinigung des Instruments wurde das in der Nachkriegszeit hinzugebaute Nachthorn 4´im Prospekt entfernt und durch einen Prinzipal neu ersetzt. Damit hat die Orgel mit ihren lediglich 6 Registern wieder bedeutend an Tragfähigkeit gewonnen.
Mit einem Gottesdienst feierte die
Gemeinde
Projekt Seeburg Gruol – Orgel von 1853
Wer gerade um Reutlingen oder Münsingen herum unterwegs ist, sollte auf keinen Fall an dem Bad Uracher Teilort Seeburg vorbeifahren. Das kleine Dorf mit wenigen hundert Einwohnern ist in vielerlei Hinsicht geschichtsträchtig. Der ganze Ort sitzt sozusagen auf einer Tuffterrasse. Dieses löchrige Kalkgestein wurde über Jahrhunderte hinweg im Ort abgebaut. In der ganzen umliegenden Gegend wurden unzählige öffentliche Gebäude, aber auch Stallungen mit Seeburger Tuff erstellt. In Seeburg selbst dominiert selbstverständlich auch der schöne Baustoff. Auf einem kleinen Hügel steht die Johanneskirche mit ihrer romanischen Apsis. Aus Bissingen Teck erbaute Johann Victor Gruol 1853 eine Orgel mit einem Manual und sieben Registern. Der Zeit entsprechend wurde das Instrument mit Kegelladen erstellt. Im Inneren der Orgel tauchte im Zuge der Arbeiten 2008 eine Inschrift auf mit der Aussage „Erbaut von Goll“auf. Der Orgelbauer Christoph Ludwig Goll war also damals noch bei Gruol tätig. Kurze Zeit später machte er sich in Kirchheim Teck selbständig und erbaute von dort aus viele neue Instrumente, nun eben mit dem neuen Windladensystem der Kegellade. In Seeburg ist das Werk Gruols mit Ausnahme des Prospekts original erhalten. Das ist beinahe ein Wunder, denn im Lauf der 70 er Jahre wollte man die Orgel wegen häufiger Mängel loswerden. Das Denkmalamt kam dem zuvor und schützte das Stück. So einigte man sich 1986 auf die Erweiterung mit einem Brüstungswerk im Cornettaufbau. Dabei verschwand leider der historische Spieltisch. Immerhin wurde der neue Spieltisch der ursprünglichen Bauweise nachempfunden. Bei der Generalüberholung nun standen keine grundlegenden Änderungen am Werk an. Vielmehr galt es neben der Reinigung aller Teile, Verschleißteile auszutauschen und die Intonation des Brüstungswerks etwas abzurunden. Die Orgel erstrahlt wieder in frischem Glanz und steht für Ihren Dienst an den kommenden Generationen bereit.
Staub und Spinnweben dämpfen den Klang und begünstigen die Verstimmung
ein kleiner Windladenriss neben den Kegeln der Registerkanzelle
einzelne Kegel waren undicht
die Achsen der Tonwellen waren verrostet und ausgeschlagen
die Mündungen der Metallpfeifen waren in sehr schlechtem Zustand
mit Tesa wurde das gebrochene Metall stabilisiert
neue Stimmrollen wurden eingesetzt sowie ausgebrochene Mündungen ergänzt
Mit einem Gottesdienst feierte die Gemeinde im Dezember 2008 die Wiedereinweihung.
Projekt Lorch
Im Sommer 2007 fiel der Startschuss zum Neubau dieser Pfeifenorgel. Für die Neuapostolische Gemeinde in Lorch wurde eine neue Kirche errichtet. Bei der Ausschreibung für den Orgelneubau erhielt ich den Zuschlag. Da die Disposition bereits festgelegt war, folgten nun die drei Hauptphasen des Projekts. Während des ersten Abschnitts fanden viele Gespräche mit dem Architekten statt. Nur durch möglichst präzise Angaben und dem Nachvollziehen der architektonischen Absichten des Büros konnte der Prospekt entworfen werden. Die Orgel sollte vom Prospekt her ebenso schlicht und kubisch wirken wie der Raum selbst. Der Metallpfeifenprospekt sollte möglichst vollflächig erscheinen. Dazu erhielten die einzelnen Prospektpfeifen verlängerte Körper. Zur Gliederung und Belebung der Ansicht wurden die Verlängerungen vom klingenden Körper getrennt. Dezent konnte so ein natürlicher Pfeifenverlauf betont werden. Über zwei Monate hinweg entstanden nun die Konstruktionspläne zu der seitenspieligen Orgel. Es galt, auf sehr engem Raum der frei schwebenden Empore einen klaren Werkaufbau anzuordnen. Zehn Register fanden genügend Platz für eine klare Ansprache und einen guten Zugang für künftige Stimmungen. Ein Gedanke, der leider im Orgelbau sehr oft unbeachtet bleibt. Nicht zuletzt auch die aufwändige Spielanlage mit sämtlichen Koppeln unterhalb der Manualklaviaturen schuf dafür den Spielraum.
Die Disposition wirkt durchaus eigenwillig. Die beiden Stimmen des ersten Manuals jedoch treten dank der Superkoppel bei Bedarf durchaus dem zweiten Manual entgegen. Grundsätzlich aber ist das zweite Manual als Hauptwerk angelegt. Die Grundstimmen sind klar voneinander getrennt angelegt und begeistern durch ihre warmen Klänge. Bei den 8´- Stimmen ergeben die tragenden Mensuren einen ganz besonderen Charme. Die Quinte mit dem 2´ erzeugt im Zusammenhang mit der Superkoppel dazu einen Mixturcharakter. Die Aliquoten überhaupt bieten mit den genannten technischen Besonderheiten wunderbare und abwechslungsreiche Plena.
ausschließlich heimische Hölzer bringen die Holzpfeifen zum klingen
die Labien der Holzpfeifen werden einzeln gefräst
das spätere Herzstück der Orgel, die Windlade
142 Tonventile kann der Organist betätigen
Winkel, Wellen, Docken, Ärmchen...
Abstrakten aus feinjährig gewachsenem Holz öffnen die Tonventile
Mechanikteile aus Hainbuche ermöglichen eine besonders präzise arbeitende Spieltraktur
Mechanikteile aus Hainbuche ermöglichen eine besonders präzise arbeitende Spieltraktur
498 Pfeifen füllen den Raum mit Musik
freundliches, helles Ahornholz dominiert vom Spieltisch...
...bis hin zur Pedalklaviatur
Am 12. Oktober 2008 wurde die Orgel feierlich in Dienst gestellt
Projekt Metzingen
Als Truhenorgel oder auch als Positiv (von lat. ponere = setzen, stellen) werden Orgeln bezeichnet, die beweglich sind. Dieser Gattung der Pfeifenorgeln ist auch das älteste namentlich genannte Instrument zuzuordnen. Die sogenannte „Hydraulis“ wird bereits auf das Jahr 246 v. Chr. datiert. Als weltliches Unterhaltungsinstrument wurdesie an den Höfen und in Amphitheatern im Mittelmeerraum eingesetzt.
Dieses Instrument an sich blickt auf eine große Vergangenheit zurück. Wenn auch heute den Truhenorgeln im Vergleich zu den Hauptorgeln in unseren Kirchen nur eine untergeordnete Rolle zukommt, so sind sie doch bei jeder Neuanfertigung etwas absolut außergewöhnliches. Meist sollen sie möglichst viele Klangmöglichkeiten bieten, sowohl zur Begleitung als auch zum solistischen Spiel, und dabei möglichst klein, handlich und leicht gebaut sein. In der Realität gibt es so ein Instrument als Ideal nicht. Dafür ist eine möglichst breit gefächerte Annäherung an die gestellten Wünsche einer Gemeinde eine Herausforderung, der ich mich jederzeit gerne stelle. Bei der Truhenorgel für die Martinskirche in Metzingen sollte das Instrument im klanglichen Bereich sowohl für die Gemeindebegleitung bei kleineren Gottesdiensten, Bibelwochen, oder aber für den konzertanten Einsatz bei Messen und Oratorien mit der Kantorei ausreichende Möglichkeiten bieten. Alle Stimmen sind daher geteilt in einen Bass- und Diskantbereich. So können beispielsweise begleitend Akkorde im Bassbereich gehalten und zugleich solistisch im Diskantbereich Melodieführungen in einer anderen Registrierung gespielt werden. Wer schon öfters mit Orchestern gearbeitet hat kennt das Problem, dass sich bestimmte Instrumente nicht oder nur bedingt auf die festgelegte Tonhöhe der Truhenorgel stimmen lassen. Daher kann die Klaviatur um einen Halbton nach unten oder oben verschoben werden. Man nennt dies eine Transponiereinrichtung. Bei der hier angebrachten Variante umfasst der Tonumfang damit HH bis gs´´´. Um das Instrument alleine gut bewegen zu können, sind Rollen angebracht. Für den Transport in einem Fahrzeug kann der obere Teil der Truhenorgel abgenommen und mit den seitlich montierten Tragegriffen von zwei Personen bewegt werden. Das Unterteil beinhaltet den Gebläsemotor samt dem Balg.
Verschiedene Prospektentwürfe, angelehnt an Bauelemente der Martinskirche, legte ich der Gemeinde vor. Die Entscheidung fiel zugunsten dieses Entwurfes. Nun konnten die Konstruktionsarbeiten zum Aufbau des Instruments beginnen.
Nach der Festlegung der Mensuren begann der Bau der 116 Holzpfeifen. Die größte Holzpfeife in diesem kleinen Instrument misst 1,30 Meter Länge. Die Prospektpfeifen sind aus Ahorn und Kirschbaum gefertigt.
Die Pfeifen sind so angeordnet, dass sie zur Stimmung gut erreicht werden können.
Das sogenannte „Pfaffengitter“ ermöglicht eine Klangabstrahlung auch zur Seite hin.
Die Registeranordnung direkt neben der Klaviatur Ermöglicht ein einfaches umregistrieren.
Bei engen Türen wie auch zum Transport, kann die Klaviatur einfach hochgeklappt werden.
Seit Oktober 2007 ist die Truhenorgel in und um Metzingen im Einsatz.
Projekt Karlsruhe
Bei dieser Orgel wurde eine typische Transferierung durchgeführt. Im Jahr 1987 baute Orgelbauer Karl dieses Instrument als Hausorgel. Die 13 Register waren in einem kleinen Wohnzimmer recht zart, vor allem aber ohne klare Linie intoniert. Dem Abbau folgte eine Einlagerung in meinen Lagerräumen. Teile aus Schaumstoff wurden ersetzt, der Motor erhielt trotz äußerst kniffliger Platzverhältnisse eine Dämmung und wurde zugleich zur Wartung zugänglich gemacht. Was an der Bauweise völlig unverständlich für mich war, war ein nicht zugängliches Pfeifenwerk. Ganze Reihen von Pfeifen konnten nicht gestimmt werden. Dafür wurde die Rückwand nun mit großen Türen versehen. Auch die Traktur ist nun für Regulierarbeiten erreichbar.
Schaumstoffdichtungen wurden durch Lederstreifen ersetzt.
Die Generalüberholung erfolgte in Karlsruhe.
Im Zuge der Kirchenrenovierung wurde am Altarraum
Besondere Freude bereitete mir die Intonation.
Im Februar 2007 fand die Weihe der Orgel statt.
Projekt Donnstetten
Gruol – Orgel von 1844
Die Donnstetter Gruol,– Orgel ist beispielhaft für eine Vielzahl von historischen Instrumenten im süddeutschen Raum und darüber hinaus. Im Lebenslauf der gut 160 Jahre alten Orgel fanden immer wieder mehr oder weniger kräftige Eingriffe in den Kernbestand statt. Vorab möchte ich darauf verweisen, dass ich es selbst bei weniger umfangreichen Arbeiten für unabdingbar halte, die Geschichte eines Instruments möglichst gründlich zu betrachten. Das ist nicht immer einfach, da manches nicht aufgezeichnet oder schwer auffindbar ist. Dennoch sollte darauf Wert gelegt werden, da eine ausführliche Dokumentation eines Instruments auch für spätere Generationen ein klares Bild über den Lebensweg und die Einschnitte am Instrument aufzeichnet. Eine Achtung vor den Arbeiten früherer Generationen entsteht meiner Meinung nach erst mit dem Bewusstsein über die eigene Vergänglichkeit. Das menschliche Leben ist doch meist nur eine kurze Zeitspanne vom Leben einer historischen Orgel! Leider wurde auch in Donnstetten 1954 die Orgel „aufgehellt“, wie man das damals bezeichnete. Offensichtlich war man darüber aber schon wenige Jahrzehnte später so unzufrieden, dass man 1981 eine „Rekonstruktion“ des ehemaligen Pfeifenwerks durchführte. Allerdings entschied man sich im selben Zug für einen Anbau eines zweiten Manuals in Form eines Schwellwerks. Dafür musste die historische Windversorgung hinter der Orgel weichen. Bei den nun ausgeführten Arbeiten an der Orgel setzte ich mich für absolut notwendige Dinge ein. Das bedeutete für die technischen Eingriffe lediglich den Einbau eines geräuschdämmenden Motorkasten sowie den Austausch der Aluminiumtraktur gegen Holzabstrakten. In der Intonation des Hauptwerks wurde lediglich der aus dem Jahr 1981 stammende Prinzipal 4´ besser in das klangliche Bild Gruols integriert.
Die Schimmelbildung wurde mit Essig abgewaschen
Undichte Spunddeckel...
...wurden neu mit Schafsleder belegt.
Die Aluminiumtraktur verursachte ein
Holzabstrakten wurden dafür eingesetzt.
Ein Teil der rekonstruierten Pfeifen hat schlankere Pfeifenfüße
Kaum erkennbar sind die nun übergestülpten Hülsen. Sie verdicken die Pfeifenfüße
Der Hauptgrund der Arbeiten war eine notwendige Ausreinigung
Mit einem Gottesdienst und Konzert feierte die Gemeinde
Projekt Gerlingen
Zufällig stieß ich auf dieses gebrauchte Instrument des Orgelbauers Thölken. Auf Anhieb beeindruckte mich die Detailliebe und klassisch massive Bauweise mit den wunderbaren Nussbaumschnitzereien. Aus der Zeit um 1980 findet man selten eine derartige Qualität.
Zusätzliche Pfeifenstöcke wurden für
In der Bauweise der Pedalwindlade und der Mechanik
Hinter dem bestehenden Gehäuse wurde die Erweiterung angefügt.
Die Vorintonation wurde in der Werkstatt durchgeführt.
Den Platz der früheren elektronischen Orgel
Seit Juni 2006 versieht die Orgel ihren Dienst
Alle Meisterschüler, die an der Bundesfachschule für
Da in Gomaringen eine Pfeifenorgel für
einen kleinen Kirchenraum gesucht wurde, erstellte ich eine Disposition
mit fünf Registern. Dieses Instrument sollte sowohl für Gemeindegesang,
solistisches wie auch konzertantes Spiel Möglichkeiten bieten. Eine
geeignete Disposition musste demnach ein tragendes Achtfuß- Fundament
beinhalten, sowie den nötigen klanglichen Glanz beim präludieren.
Außerdem wollte ich einen vollständig ausgebauten Subbass integrieren.
Gerade bei Kleinorgeln fehlt häufig die Tragfähigkeit im Bass, wenn nur
ein Pedal angehängt ist, oder der Subbass mit dem Gedeckt
zusammengeführt wird. Das wollte ich umgehen, trotz einer Disposition
von insgesamt nur fünf Registern. Die besondere Idee lag nun noch darin,
durch eine Superkoppel (Oktavkoppel) zusätzliche Klangfarbe zugewinnen.
Nach der Konstruktionsarbeit und der Festlegung der Mensuren folgt der
Das Gehäuse ist aus hellem deutschem Ahorn gefertigt.
Die Architektur des Kirchenraumes spiegelt sich
Auch die Pedalklaviatur ist aus Ahornholz.
Einlagen aus Kirschenholz zieren nicht nur die Obertasten
...sondern tauchen in der gesamten Spielanlage wieder auf.
Im November 2005 wurde mein Meisterstück feierlich geweiht.
Projekt Wangs
Seit dem Bau der Fatimakapelle um 1960
Für eine bessere Klangabstrahlung und ein schöneres
Mit dem LKW wurden die Teile in die Schweiz transportiert
Vor Ort erfolgte eine Generalüberholung
Dazu gehört auch die gründliche Reinigung des Spieltisches
Risse an den Lötnähten wurden nachgelötet
Die Aluminiumdrähte der Tontraktur
Die bestehende Intonation war hier schneidend scharf, teilweise sogar schrill.
Mit einem festlichen Gottesdienst und einem anschließenden |
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